Pötte gucken am Kanal

Ein Haus direkt am Nord-Ostsee-Kanal. Langsam gleiten die Riesen an deinen Fenstern vorbei. Manche transportieren unglaubliche Dinde, die du nicht einmal identifizieren kannst. In der Nacht sstreichen ihre Lichter über dein Kopfkissen. Morgens im Nebel vibriert die Luft, wenn Signallaute hallen.

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Über 30.000 Schiffe (plus noch einmal so viele Klein- und Sportboote) passieren im Jahr den Kanal, der auf Englisch““ Kiel Canal“ heißt. Wenn man das mal grob rechnet, muss man nur stillsitzen und gucken, um täglich bis zu 80 Schiffe vorbei ziehen zu sehen. Da wird man zum Experten. Man wendet nämlich nur mal schnell den Blick vom Schiff ab und wirft einen Blick auf Bildschirm des Smartphones. Da läuft natürlich – wie bei allen Küstenkindern – „Marine Traffic“.

Und schon weiß man, was für ein Schiff das ist, wo es herkommt und wo es hinwill, Flagge, Länge, Breite, Geschwindigkeit und die Namen der Schiffe, die gerade in der Nähe sind. Jetzt gerade beim Schreiben finde ich dieses Schiff mitten im Kanal. Die Tavastland (unten auf dem Bild, nicht oben), Flagge: Schweden, 191 m lang, ein Ro-Ro Schiff (für Nich-Küstler: Roll on – Roll off). In ihrer Nähe die Widor, Flagge wie weithin üblich Antigua & Barbuda, General Freight. Und die Swinemünde aus Deutschland.

Das ist nun wieder eine der kostenlosen (das hat Kaiser Wilhelm bei der Eröffnung des Kanals den Anwohnern versprochen) Kanalfähren, die vom Fußgänger bis zum LKW und Traktor alles von einer zur anderen Seite des Kanals bringen und strändig zwischen diesen 80 Schiffen, die in zwei Richtungen fahren, hindurchschlüpfen.

Dann gibt es natürlich noch viele alte und neue nennenswerte Brücken, aber das ist einen eigenen Artikel wert. Êbensol wie die Landschaften rund um den Kanal. Mit kleinen Flüssen, Schleusen, jeder Menge Wild und renaturierten Mooren.
Alle großen Schiffe brauchen einen Lotsen, die ganz großen werden in Schlepp genommen. Lotse auf dem Kanal zu sein, ist ein anstrengender Job fürs Leben und verlangt eine spezielle Ausbildung plus eine Menge Erfahrung. Zusätzlich gibt es auf dem NOK die sogenannten Kanalsteurer (frühere Kapitäne oder nautische Offiziere), die bei größeren Schiffen das eigentliche Ruder übernehmen, um Havarien durch Sog- und Wellenwirkungen im schmalen Kanal zu verhindern

Für die Frühaufsteher gibt es diese wundervollen Morgennebel, die die Schiffe verschwinden lassen wie von Zauberhand. Auf beiden Seiten des Kanals führt ein Wirtschaftsweg den gesamten Kanal entlang. Auch zugelassen für Fußgänger und Radfahrer. So nah wie man den Riesen am NOK kommt, geht das höchstens noch bei einer Hafenrundfahrt. Und hier gibt es gleich so um die 80 Stück pro Tag.

Für Meerfans und Küstenverliebte auch so ein: „Muss man gesehen haben.“

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