Unvollständig

Wie oft haben wir gesagt: Aber das ist sicher der letzte! Mit dem werde ich alt! Und dann nutze ich meine Freiheit …

Alles Quatsch! Wer einmal infiziert wurde, weiß: Ein Leben ohne Haustier mag möglich sein, ist aber völlig sinnlos.

Eine in Social Indicators Research veröffentlichte Studie quantifiziert den Einfluss des Haustierbesitzes auf die Lebenszufriedenheit und zeigt, dass der Besitz eines Haustiers die Lebenszufriedenheit um 3 bis 4 Punkte auf einer Skala von 1 bis 7 erhöhen kann.

Tiere gehören zur Familie. Bei mir waren es erst Katzen, dann Pferde und Hunde, mal nicht gezählt die Käfigvögel, Hamster und Streifenhörnchen. Ich habe 10 Jungpferde selbst ausgebildet, 4 Generationen von Hunden großgezogen, immer gleich zwei auf einmal. Das Faible meines Mannes waren Deutsche Doggen. Es ist für mich völlig unvorstellbar, dass nicht etwas Vierbeiniges, Lebendiges um mich herumwuselt, mich begrüßt beim Heimkommen und Aufwachen, mich auffordert, etwas zu tun oder nicht zu vergessen, und mich mit Liebe überschüttet, verdient oder total unverdient.

Unsere Hunde gehen überall mit uns hin. Kein Urlaub ohne sie. Ok, an Kino sind sie nicht so interessiert.

Wir haben im Jahr 2025 gleich zwei aus unserer Dreier-Hundefamilie verloren. Die große Dogge Paul und den alten kleinen Cavalier Snoopy.

Paul & Snoopy † 2025

Und da waren wir: Mit einem tollen alten Hund, der langsamer geworden ist und vor allem am Essen interessiert. Kam uns bekannt vor und wir dachten – das passt doch!

Mäxchen mit uns beim Frühstück

Aber über die Wochen machte sich Unruhe breit, der alte Max wurde immer ruhiger und mir schien die Idee, eines Tages ohne Hunde eine Tour rund um die Ostsee zu machen irgendwie immer uninteressanter (Urlaub ist ab und zu, Hund ist immer, immer, immer), die Ruhe war unheimlich. Jeder von uns stöberte heimlich im Internet … Um es kurz zu machen: Es gibt zwei neue Familienmitglieder, in unserem Alter vernünftigerweise keine Welpen, sondern Hunde aus „zweiter Hand“. Es war uns klar, dass das schiefgehen konnte, aber wir trauen uns einiges zu.

Also kam zuerst Leo, der Killerhund !

Leo, der Killerhund

*

Der süße kleine Kobold war unkastriert und hatte noch nicht viel von der Welt gesehen. Weite Landschaften machten ihm Angst. Auch wenn er tatsächlich schnell auf uns hörte und auch einige Kommandos kannte, hatte er draußen im Gelände die Eigenschaft, sich mit Gebrüll auf jeden auch noch so großen Rüden zu stürzen und ihn zu verschlingen. Wow, das war unheimlich.
Inzwischen macht er ohne Leine „sitz und bleib“ und brummelt bei Rüdenbegegnungen nur noch vor sich hin, während er gnädigerweise Leckerlis in sich hineinstopft.

Tom: Leinenziehen auf Olympialevel

*

Ein paar Wochen später begegnete uns Tom. Tom ist ein reinrassiger Cavalier (King Charles Spaniel), wie alle unsere Hunde, hat aber die Größe und das Gewicht eines größeren Cocker Spaniels. Er hat es nicht so mit Befehlen und Kommandos, dafür kann er bis auf den Tisch springen und an der Leine ziehen bis zur Erschöpfung (unserer natürlich). Er macht das wahrscheinlich seit 3 Jahren und hat dabei alle dafür nötigen Muskeln auf Olympialevel aufgebaut. Nun – wir arbeiten daran.

Das Tolle ist: Nach 3 Tagen sortieren im Rudel verstehen sich alle Hunde prächtig und lieben sich. Die beiden Neuen weichen einander nicht von der Seite und der alte Max hat nach einigen deutlichen Klarstellungen die Oberherrschaft im Hintergrund übernommen.

Und unser Leben ist nun voll mit Hundetraining, Tierarztterminen, Fell kämmen und Spazierengehen. Und voll von nassen Hundeküssen und schmutzigen Hosen. Voll mit Schmuseeinheiten und Elternstolz, wenn etwas Neues klappt. Endlich ist es wieder kuschelig eng im Bett und auf dem Sofa. Wir wissen wieder, wofür der Gartenschlauch vor der Haustür ist und die Extra Waschmaschine im Keller.

Und wir fühlen uns endlich wieder vollständig.

Das sind drei Cavaliere, alle aus einem anderen Farbschlag. Tom, ein Tricolor, Leo, ein Black & Tan und alte Max, ein Blenheim. Hinten rechts noch im Bild Tia, die junge Havaneser Hündin, die dem Sohn meines Mannes gehört.

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