Von bösen Geistern und Unsterblichkeit

Unsere drei großen „Mistelbäume“ sind bei jedem Licht ein beeindruckender Anblick. Auf diesen sehr hohen Bäumen hat sich eine Kolonie Misteln festgesetzt.

Ich bin nicht so der Fan von Mistelzweigen – wenn mich dann der Falsche küsst? – aber erstaunlich finde ich den Schmarotzer schon. Pardon, ist ja nur ein Halbschmarotzer. Photosynthese betreibt die Mistel selbst, Wasser und Mineralien klaut sie vom Wirt. Ihre klebrigen Samen werden von Vögeln transportiert und setzen sich in der Rinde der Bäume fest. So ist es kein Wunder, dass oft nebeneinander liegende Bäume befallen sind.

Misteln stehen übrigens nicht unter Naturschutz. Wenn ihr eine von einem „öffentlichen“ Baum ergattern könnt, so ist es eure. Dem Baum tut ihr damit einen Gefallen. Am besten den Ast großzügig mit abtrennen.

Schon die Römer hielten Misteln für Gottesgeschenke ob ihrer Art zu wachsen. Kelten und Germanen bauten ganze Mythen über Unsterblichkeit und Fruchtbarkeit um sie herum. Sich unter einem Mistelzweig zu küssen, führt – je nach Land – zu etwas unterschiedliche Ergebnissen. Glück ist auf jedem Fall im Spiel. Und ein neuer Anfang oder ein neues Leben.

Im Hauseingang platziert, hält ein Mistelzweig böse Geister fern. Aber achtet darauf, wenn ihr einen abschneidet: Ihr braucht eine goldene Sichel, damit die magischen Fähigkeiten der Mistel erhalten bleiben. Das wusste schon Miraculix.

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