Karlsbader oder Napoletaner

Auch wenn man sie damals gerne schon mal so nannte: eine Kaffeemaschine ist die Seihkanne nicht. Aber eine praktische Erfindung, die definitiv den Franzosen zuzuschreiben ist. Die „Cafetière du Belloy“ ist eine Kaffeekanne mit einem aufgesetzten Filterbehälter mit Deckel. Den kann man nach dem Durchlaufen des Wassers abnehmen und den Kaffee aus der Kanne ausschenken. Der Deckel passt auf Filter wie Kanne.

Manche Filtersiebe waren sehr grob, es gab welche mit doppeltem Filter und verschiedenen Lochscheiben – dennoch landete immer noch eine Menge Kaffeesatz im Kaffee, aber immerhin.

Die Macchina Napoletana war eine Weiterentwicklung der Seihkanne, mit der man den Kaffee gleich auf dem Herd zubereiten konnte. Dabei werden drei Teile miteinander verschraubt – zu einem bestimmten Stadium sieht das Ganze aus wie eine auf dem Kopf stehende Kaffeekanne. Wen es interessiert, der schaut hier.

Die Karlsbader Kanne ist eine bauchige Seihkanne aus Porzellan. Sie wurde in den USA sehr bekannt und der Kaffee wurde in den Wiener Kaffeehäusern schon vor dem 1. Weltkrieg als „Karlsbader“ angeboten. Beide Kannen werden heute noch produziert und als Spezialitäten verkauft.

Es gibt Seihkannen, deren Aufsatz so groß ist, dass das Wasser nur einmal aufgegossen werden musste, um die Kanne zu füllen. Zu diesen gehört mein Schmuckstück nicht. Aber dafür hat es die eher seltenen Streifen im Emaille. Und wird präsentiert mit einer wunderschönen, vielleicht meiner ältesten Kaffeedose: Gloria bringt Freude! Ein Bremer Edelkaffee.

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