worldphotoday.com

Danke an Royusch für die Aufklärung über den World Photo Day. Kannte ich nicht. Aber eine sehr schöne Idee: Einfach die Fotografie zu ehren und wie sie sich entwickelt hat seit der ersten Daguerreotypie. Dazu ein Foto auszusuchen scheint mir ein geradezu unlösbare Aufgabe. Was für ein Fotograf bin ich? Was bringen meine Fotos in die Welt?

Nun habe ich mir in den letzten Wochen diese Frage selbst öfter gestellt. Ich bin mit der Kamera am liebsten draußen. Heißt bei mir: draußen auf dem Land, in Feld und Wald. Ich mag Natur und Landschaften und Lichtstimmungen. Pflanzen, Lebewesen, Wetter.

Ich habe ein kleines Studio und ein wenig Beleuchtung – es bringt mich durch die trüben Tage: ein paar Still Lifes, etwas Foodfotografie,ein wenig kreatives Herumspielen mit ein paar alten Stücken.

Aber die für mich besten Motive liefert mir die Natur.

Ich will nicht die Wirklichkeit abbilden. Sie ist schön und schrecklich genug. Meine Bilder sollen der Wirklichkeit einen Anstrich geben. Einen anderen Blickwinkel, eine andere Perspektive, sie sollen weicher oder härter sein, lauter oder leiser, schräger oder lieblicher als die Wirklichkeit. Farben hervor holen, Verstecktes entdecken. Ein Makro z.B. tut das: es zeigt mehr als wir mit bloßem Auge im Vorbeigehen sehen würden. Meine Bilder sollen einfangen, was viele übersehen würden.

Auch ein wenig Bearbeitung ist erlaubt. Manche Motive haben ein Potential, das mich anzieht. Das muss allerdings erst hervor geholt werden.

Mit der Kamera in der Hand sehe ich ganz anders. Das geht wohl vielen Fotografen so. Ich sehe keine Blumenwiese. Ich sehe die die Möglichkeit, diese Wiese wild und chaotisch zu machen, indem ich sie im Vordergrund einer kantigen, harten Burgsilhouette zeige. Ich sehe keinen rostigen Pfeiler mit blödem Graffiti, sondern eine narbige, blutende Landschaft in einer schemenhaften Alienwelt. Eine Welle ist nicht einfach eine Welle. Sie kann Ausgewogenheit, Ruhe und Ästethik versprühen oder ein brüllendes, verschlingendes Monster sein.

Was ich sehr liebe, sind minimalistische Bilder. Minimalismus in der Fotografie meint hauptsächlich die Beschränkung auf wenige Elemente unter Ausblendung von Details. Verstärkend sind die Bilder oft monochrom oder schwarzweiß. Es ist die Kunst von „weniger ist mehr“.

Außer der fotografischen Herausforderung bedeuten sie für mich Ruhe, Stille, Betrachtung und einen leise schwingenden endlosen Ton, auf dem ich schweben kann.

Was bin ich also für ein Fotograf, wenn ich es definieren müsste? Ein Naturfotograf. Mit einer um den Faktor Ola verschobenen Wirklichkeitsabbildung. Das muss reichen.

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