Die Armee der Buchenkinder

In unserem lichten Buchenwald sprießen sie zu Hunderten aus dem Boden: die Buchenkinder!

Aus den im Herbst vom Boden verschlungenen Bucheckern treibt unten eine Wurzel aus und aus der Buchecker schlüpft das Buchenkind. Umgeben von einem dunkelgrünen Schutzblatt, dem Keimblatt rollen sich im Licht bald die ersten zarten Blätter auf.

Sie wachsen zu Hunderten aus dem Waldboden, dicht an dicht. Sollte aus jedem Keimling eine Buche werden, wäre dieser Wald wohl bald verloren.

Aber sie wissen schon, was sie tun. Dieser Buchenwald ist ein gesunder Wald. Jede Generation Buche ist hier vertreten: von knöchelhoch bis haushoch. Mit jedem Tag, den die Bäume ihre Blätter entrollen, wird der Kampf um das Licht größer. Nur die starken, die schnell wachsenden, die gewieften, die in Umwegen wachsen – nur sie werden überleben. Das gilt für alle Ebenen.

Die Kleinen haben am meisten zu kämpfen: nur einige, die zufällig eine Lücke im dichten Blätterdach gefunden haben, einen Platz, auf den zur guten Mittagszeit ein Sonnenstrahl trifft, nur sie werden in ein paar Wochen noch da sein. Die Keimblätter schützen sie ein ganzes Jahr lang.

Solange die ersten echten Blätter noch winzig sind, sind die Buchenkeimlinge eine leicht säuerliche, knackig frische Köstlichkeit im Salat oder in einem Smoothie. Man kann sie auch in einer Essig-Honig-Wasser Mischung blanchieren und mit einer feinen Marinade aus Feigen-Senf-Sauce und Balsamico zu einem Käse reichen. Und keine Angst, man trägt dabei nicht zum Untergang der Buchen bei. Pflückt an einem schattigen Platz. Die Keimlinge sind sowieso dem Untergang geweiht.

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