Herbst am See

Wenn ihr mich seht

Wenn ihr mich seht
am Ufer des Sees
und ich bin allein
und es ist Herbst,
die goldene Zeit,
der nichts folgt
außer Nebel
und Einsamkeit…

Wenn ihr mich also seht,
unstet wandernd,
gestikulierend
im Gespräch
mit einem Unsichtbaren
die Stirn zerfurcht
die Wangen tränennass…

Wenn ihr also erkennt,
wie weit ich entfernt bin
nicht nur von euch
sondern auch von mir,
dass eine Umkehr
nicht mehr möglich ist…

Und wenn ihr glaubt,
ich bräuchte euch,
zu unterscheiden,
so sage ich euch:
dies ist meine Zeit der Furcht
und des Niedergangs
und meine Zeit
der Verzweiflung
und doch seht ihr mich
auf meinen Füßen stehen.

Meine Zeit, die andere Zeit,
die weit entfernte Zeit,
die neue Zeit –
sie wird kommen
und mich bereit finden.

Geht, lasst mich allein
an diesem Ufer,
dessen beständiger Wandel
das ist, woraus ich wachse.

3 Gedanken zu „Herbst am See

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