Zum Welttag des Brotes

Entgegen der Aussagen in vielen Artikeln und bei vielen Bloggern geht es bei diesem Tag nicht um die weltweite oder gar um die deutsche Brotkultur. Richtig, wir hier in Deutschland haben eine Brotkultur. Sie gehört offiziell zu den immateriellen Kulturerben der Unesco. Aber dazu kommen wir noch.

Gegen den Hunger

Am 16.Oktober 1945 wurde in Quebec die FAO gegründet, die Food and Agricultural Organization of the United Nations, mit der Aufgabe der Bekämpfung des Welthungers.

Als Referenz an diese Gründung wurde der neben dem Welternährungstag auch der Weltbrottag bestimmt. So richtig genutzt hat diesen Tag aber erst ein internationaler Interessenverband des Bäckerwesens, UIBC, der aus dem Weltbrottag einen Aktionstag rund um das Brot machte, um die Bedeutung des Brotes für die globale Ernährung mehr in den Focus zu rücken. Das war erst 2006.

Nahrungsmittel in einfachster Form

Richtig ist, dass fast in der ganzen Welt Brot ein Grundnahrungsmittel darstellt. Meist in seiner simpelsten Form als ein Fladen aus jeder Art Mehl und Wasser, gebacken auf heißem Eisen oder Stein.

Habt ihr das mal versucht, so einen Fladen zu backen? Ist ganz einfach und eine schöne Lösung, wenn mal so gar kein Brot im Haus ist. Mehl mit Wasser zu einem formbaren Teig verarbeiten und 20 Minuten stehen lassen. In der Luxusversion gebt ihr Salz nach Geschmack und einen Löffel Olivenöl dazu. Nach 20 Minuten einen Fladen formen und in der heißen Pfanne – am besten Eisen – unter Aufsicht backen. Öfter wenden, brennt schnell an.

Brotkultur

Die Deutschen waren nun schon immer groß im Brotbacken. Sehr früh gab es regional viele unterschiedliche Brote. Heute werden viele der alten Kornsorten wiederbelebt: Emmer, Einkorn, Urdinkel und eine Menge Anleihen bei den europäischen Nachbarn gemacht. Hier bei uns ist das Brot tief in der Kultur verwurzelt. Brot wird in der Eucharistiefeier gebrochen, Nachbarn überreicht man zum Einzug Brot und Salz, das Erntedankbrot steht im Mittelpunkt des Dankes für eine reiche Ernte. Das „Abendbrot“ ist eine Zusammenkunft der Familie.

Hobbybäcker

Wie viele Deutsche heute wieder selber backen, wurde erst kürzlich in der Corona Krise klar: Gleich nach Klopapier und Seife gingen die Hefebestände in den Läden in die Knie. Nun wurde in den Küchenlabors Hefe gezüchtet und Sauerteig vermehrt und mit Nachbarn geteilt.

Aber auch der Bäcker mit der industriellen Produktion sieht sich schnell wachsenden Ansprüchen gegenüber. Weniger Zusatzstoffe sind das neue Mehr. Problematisch dabei ist, das ohne Zusatzstoffe zwar wundervolle Ergebnisse zu erzielen sind, die brauchen aber Zeit (ein durchaus teures Gut in der industriellen Produktion). Zudem geht die Reinheit zu Lasten der Haltbarkeit. Eine viel sorgfältigere Aufbewahrung ist gefragt. Dennoch ist auch dieser Markt im Umbruch.

Aber das beste Brot kommt natürlich aus dem eigenen Ofen. Meinen Beitrag zum Weltbrottag findet ihr hier: Harry Gewürzbrot. Eine Mischung aus einem glutenreichen mediterranem Mehl, deutschem Alpenroggen und Schweizer Ruchmehl mit einem traditionellen Brotgewürz aus Fenchel, Anis, Kümmel und Kardamom, frisch gemörsert.

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